Liebhaberei bei Rechtsanwälten und Steuerberatern?

Rechtsanwälte und Steuerberater galten lange als Paradebeispiel für eine Tätigkeit, die per se mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. Eine aktuelle Entscheidung des BFH zeigt: Diese Vermutung trägt nicht mehr uneingeschränkt – auch nicht bei den klassischen Katalogberufen des § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG.

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Rettung bei Haftungsbescheiden nach Steuerhinterziehung?

Der BFH hatte mit Urteil vom 21.04.2026 (VII R 18/24) über die Haftung einer Klägerin zu entscheiden, die wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Schmuggel rechtskräftig verurteilt worden war. Die zugrunde liegenden Einfuhren stammten aus dem Jahr 2009; die betroffene GmbH hatte unrichtige Angaben zu Verkäufern und Zollwerten gemacht und war später insolvent geworden. Das Hauptzollamt nahm die Klägerin über zehn Jahre nach der Tat, im Dezember 2019, mit mehreren Haftungsbescheiden gemäß § 71 AO in Anspruch. Das Finanzgericht Hamburg bestätigte diese Bescheide. Der BFH hob sie nun auf – wegen eingetretener Zahlungsverjährung der Primärschuld.

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Spekulationsfrist bei Immobilien: Der Notartermin stellt die Uhr

Wer eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach Anschaffung wieder verkauft, versteuert den Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 EStG. Die Frage, wann diese Frist beginnt und endet, beschäftigt die Gerichte bis heute. Der Bundesfinanzhof hat in seinem Beschluss vom 18.06.2026 (IX B 24/26) noch einmal klargestellt, worauf es ankommt.

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Geerbte Immobilie zu hoch bewertet? Warum die Zahlen des Gutachterausschusses so schwer zu kippen sind

Wer eine Eigentumswohnung oder ein Haus erbt, erbt fast immer auch eine Steuerfrage: Mit welchem Wert geht die Immobilie in die Erbschaftsteuer ein? Dieser Wert ist kein Verhandlungsergebnis, sondern folgt einem festen Verfahren – und dieses Verfahren lässt überraschend wenig Spielraum. Der Bundesfinanzhof hat das gerade noch einmal mit aller Deutlichkeit bestätigt (BFH, Urteil vom 11.03.2026 – II R 6/23). Für Erben lohnt der genaue Blick, denn an einer entscheidenden Stelle bleibt die Tür offen.

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Internationales Steuerrecht für Piloten & Schiffsbesatzungen

Wer beruflich zwischen den Staaten unterwegs ist – im Cockpit, auf der Brücke oder im Maschinenraum –, hat häufig das Gefühl, steuerlich nirgends so recht anzukommen. Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs führt eindrücklich vor Augen, wie schnell aus „nirgends steuerpflichtig“ ein „in Deutschland voll steuerpflichtig“ werden kann (BFH, Urteil vom 09.04.2026 – VI R 1/24). Wir nehmen die Entscheidung zum Anlass, einige Grundprinzipien des internationalen Steuerrechts zu erläutern, die gerade für Flug- und Schiffspersonal von erheblicher Bedeutung sind.

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Kontrollmitteilung des Finanzamts: Wie der Mechanismus funktioniert – und wie Sie sich wehren

Eine einzige Mitteilung Ihres Finanzamts kann eine Kette in Gang setzen: Rückforderung einer Subvention, Strafanzeige, Ermittlungsverfahren. Das Werkzeug dahinter heißt Kontrollmitteilung und stützt sich auf § 31a AO. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Münster (Urteil vom 04.05.2026 – 1 K 930/24 E,G,U,F) zeigt anschaulich, wie dieser Mechanismus greift – und wo die Grenzen Ihrer Verteidigung liegen.

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